Der Gründungsvorstand auf Banz 1948. Von links:
Dr. Julian Wittmann,
Dr. C. F. W. Behl,
Dr. Hans Günter Hauffe,
Dr. Thomas Dehler und
Hermann Th. Schulze

Die Fränkische Bibliophilengesellschaft wurde am 22. Mai 1948 in Lichtenfels gegründet. Der Gründungsaufruf vom Dezember des Vorjahres gibt Auskunft über die Beweggründe der Initiatoren und die Ziele der ersten regionalen Bibliophilengesellschaft Deutschlands: „Unzählige Bücher sind verbrannt, verschüttet, verschwunden ... Die Drucker und die Sammler müssen einen neuen Anfang finden. Jetzt wird es sich zeigen, ob die Bibliophilen mehr sind als Bücherfreunde. [...] Die Fränkische Bibliophilengesellschaft erstrebt ihr Ziel auf drei Wegen. Sie will ihren Mitgliedern zeitgenössische Dichtung in schönen Privatdrucken bieten, Arbeiten über das Buch – Wesen, Geschichte, Technik – verlegen und Bücher fördern, die durch ihre Verfasser oder durch ihren Inhalt mit Franken zusammenhängen. Die Gesellschaft würde sich besonders freuen, wenn es ihr hierbei gelänge, jungen fränkischen Autoren den Weg zu ebnen“.

Höhepunkt sind die Jahrestagungen der Gesellschaft, die in vertrauter Atmosphäre stattfinden. Seit ihrer Gründung konnten über sechzig Tagungen abhalten, die ab 2010 immer am dritten Septemberwochenende durchgeführt werden. Sie dienen vor allem der Begegnung von Freunden des Buchs, seien sie Sammler, Drucker, Buchhändler, Leser, Verleger oder Bibliothekar und ihrer gemeinsamen Auseinandersetzung mit der facettenreichen Welt des Buchs und der Graphik. Die 63. Jahrestagung wird die Fränkische Bibliophilengesellschaft vom 16. – 19. September 2011 in Ulm durchführen.


Mit weit über hundert Drucken, die die Gesellschaft als Jahresgabe aufgelegt hat oder ihr von Mitgliedern und Förderern gestiftet wurden, hat sie ihr Ziel – die Pflege des literarisch, typographisch und künstlerisch anspruchsvollen Buches – über sechs Jahrzehnt immer engagiert verfolgt. Diese Aufgabe scheint heute wichtiger zu sein denn je, da die sinnliche Präsenz des Buchs immer mehr schwindet.